Sonnencreme für Kinder: LSF, Menge und die häufigsten Fehler
Kinderhaut ist dünner als Erwachsenenhaut und hat einen schwächeren Eigenschutz. Sonnenbrände in den ersten Lebensjahren wirken länger nach als spätere. Deshalb ist Sonnenschutz bei Kindern kein Sommerthema, sondern eine Gewohnheit.
Hinweis: Bei sehr empfindlicher Haut, Hauterkrankungen oder Fragen zu einzelnen Produkten entscheidet die Kinderarzt- oder Hautarztpraxis.

Die Reihenfolge, die zählt
- Schatten – besonders zwischen 11 und 15 Uhr.
- Kleidung – langarmig, dicht gewebt, dazu Kopfbedeckung mit Nackenschutz.
- Creme – für alles, was frei bleibt.
Creme ist der letzte Schritt, nicht der erste. Ein T-Shirt schlägt jeden Lichtschutzfaktor.
Babys unter einem Jahr
Bei Säuglingen gilt: direkte Sonne meiden, Schutz über Schatten und Kleidung. Sonnencreme kommt nur auf die kleinen Flächen, die sich nicht bedecken lassen – und dann in einer Variante für empfindliche Babyhaut.

Welcher Lichtschutzfaktor
Für Kinder mindestens LSF 30, besser LSF 50+. Wichtig ist zusätzlich der Hinweis auf UVA-Schutz – in Europa erkennbar am eingekreisten „UVA“ auf der Packung.
Mineralische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) wirken sofort und werden bei empfindlicher Haut oft besser vertragen; sie hinterlassen dafür einen weißlichen Film. Chemische Filter ziehen unsichtbar ein, brauchen aber etwa 20 bis 30 Minuten Vorlaufzeit.

Der häufigste Fehler: zu wenig
Die meisten Menschen nehmen nur ein Drittel der Menge, mit der die Produkte getestet wurden – und erreichen damit auch nur einen Bruchteil des angegebenen Schutzes.
Praktische Orientierung: Bei einem Kleinkind sind das etwa zwei bis drei Esslöffel für den ganzen Körper. Lieber zu viel als zu wenig.
Die vergessenen Stellen
- Ohren und Ohrränder
- Nacken
- Fußrücken, besonders in Sandalen
- Kniekehlen und Handrücken
- Der Scheitel bei dünnem Haar – hier ist eine Mütze die bessere Lösung
Nachcremen
Alle zwei Stunden, und zusätzlich nach jedem Baden und nach dem Abtrocknen – auch bei wasserfesten Produkten. Nachcremen verlängert die Schutzdauer nicht, es stellt sie nur wieder her.
In der Kita
Viele Einrichtungen dürfen nicht selbst eincremen oder nur mit schriftlichem Einverständnis. Fragen Sie nach, wie es bei Ihnen geregelt ist. Bewährt hat sich: morgens zu Hause gründlich cremen und eine beschriftete Flasche im Rucksack lassen.
Beschriften nicht vergessen – im Sommer sehen sich zwanzig Sonnencremeflaschen sehr ähnlich. Und ein Rucksack mit besticktem Namen sorgt dafür, dass wenigstens der wieder zum richtigen Kind zurückfindet.
Kleidung als Sonnenschutz
Dicht gewebte, trockene Stoffe schirmen deutlich besser ab als lockere oder nasse. Ein leichter Pullover aus Baumwolle über dem T-Shirt ist an einem windigen Strandtag oft die einfachste Lösung – er schützt Schultern und Arme und ist schnell an- und ausgezogen.
Haltbarkeit prüfen
Angebrochene Sonnencreme aus dem Vorjahr verliert an Wirkung, besonders wenn sie im Auto oder in der prallen Sonne lag. Das Symbol mit der Monatsangabe auf der Rückseite gibt an, wie lange sie nach dem Öffnen verwendbar ist.
Kurz zusammengefasst
Schatten vor Kleidung vor Creme. LSF 30 bis 50+, großzügig auftragen, alle zwei Stunden und nach dem Baden nachcremen, Ohren und Fußrücken nicht vergessen – und alles beschriften, was in die Kita mitgeht.